Ade zur guten Nacht
Info
- Text
- anonym im frühen 19. Jahrhundert veröffentlicht; 3. Strophe: Eduard Mörike (1804-1875)
- Musik
- erstmals bei Gottfried Wilhelm Fink (1783-1846), "Musikalischer Hausschatz der Deutschen", Leipzig 1843
Entstehungsgeschichte
Text und Melodie sind anonym; das Lied erschien erstmals 1843 gedruckt in Gottfried Wilhelm Finks „Musikalischem Hausschatz der Deutschen", frühe handschriftliche Belege stammen von etwa 1806 aus dem Umfeld der Wunderhorn-Sammler Arnim und Brentano. Eine dritte Strophe geht auf Eduard Mörike zurück, der sie dem Volksliedforscher Georg Scherer übersandte, der sie 1863 leicht verändert veröffentlichte. Ursprünglich war das Lied ein Abschied auf Lebenszeit – bei Emigration, Hinrichtung oder schwerem Liebesschmerz; diese Bedeutung verblasste im Laufe des 19. Jahrhunderts.
Gemeinfrei
Dieses Lied ist gemeinfrei, da der Text bereits im 19. Jahrhundert bekannt war und alle anderen beteiligten Urheber vor über 70 Jahren verstorben sind.
Notenblatt
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Liedtext
1. Strophe
Ade zur guten Nacht,
jetzt wird der Schluss gemacht,
dass ich muss scheiden.
Im Sommer, da wächst der Klee,
im Winter schneit’s den Schnee,
da komm ich wieder.
Im Sommer, da wächst der Klee,
im Winter schneit’s den Schnee,
da komm ich wieder.
2. Strophe
Es trauern Berg und Tal,
wo ich viel tausendmal
bin drüber ’gangen.
Das hat deine Schönheit gemacht,
hat mich zum Lieben gebracht
mit großem Verlangen.
Das hat deine Schönheit gemacht,
hat mich zum Lieben gebracht
mit großem Verlangen.
3. Strophe
Das Brünnlein rinnt und rauscht,
wohl unterm Holderstrauch,
wo wir gesessen.
Wie manchen Glockenschlag,
da Herz bei Herzen lag,
das hast vergessen.
Wie manchen Glockenschlag,
da Herz bei Herzen lag,
das hast vergessen.
4. Strophe
Die Mädchen in der Welt
sind falscher als das Geld
mit ihrem Lieben.
Ade, zur guten Nacht,
jetzt wird der Schluss gemacht,
dass ich muss scheiden.
Ade, zur guten Nacht,
jetzt wird der Schluss gemacht,
dass ich muss scheiden.