All mein Gedanken, die ich hab
Info
- Text & Musik
- Lochamer-Liederbuch, 1452-1460
Entstehungsgeschichte
Das Minnelied unbekannter Autorschaft ist erstmals im Lochamer Liederbuch aus den 1450er-Jahren überliefert, wo es als 39. Stück erscheint. Es stammt aus der Spätzeit des Minnesangs und war Jahrhunderte lang in Vergessenheit geraten, bis das Liederbuch 1811 wiederentdeckt wurde. Besonders die Jugendbewegung des frühen 20. Jahrhunderts machte das Lied wieder populär.
Gemeinfrei
Dieses Lied ist gemeinfrei, da es vor über 70 Jahren anonym veröffentlicht wurde.
Notenblatt
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Liedtext
1. Strophe
All mein Gedanken, die ich hab,
die sind bei dir.
Du auserwählter ein'ger Trost, bleib stets bei mir.
Du, du, du sollst an mich gedenken.
Hätt ich aller Wünsch Gewalt,
von dir wollt ich nicht wenken.
2. Strophe
Du auserwählter ein'ger Trost,
gedenk daran!
Leib und Gut, das sollst du gar zu eigen han.
Dein, dein, dein will ich ewig bleiben.
Du gibst mir Freud und hohen Mut
und kannst mir Leid vertreiben.
3. Strophe
Die Allerliebst' und Minniglich',
die ist so zart.
Ihresgleich in allem Reich
findt man hart.
Bei, bei, bei ihr ist kein Verlangen,
da ich nun von ihr scheiden sollt,
da hätt sie mich umfangen.
4. Strophe
Die werte Rein', die ward sehr wein'n,
do das geschah.
Du bist mein und ich bin dein,
sie traurig sprach.
Wann, wann, wann ich soll von dir weichen,
ich nie erkannt, noch nimmermehr
erkenn ich deinesgleichen.