Gemeinfreie Lieder

Auf de schwäbsche Eisebahne

Info

Text
in zahlreichen Varianten überliefert, wohl zuerst im Kommersbuch der Tübinger Hochschule gedruckt (1853)
Musik
nach einem Baseler Soldatenlied, um 1850

Entstehungsgeschichte

Das Scherzlied in schwäbischer Mundart entstand vermutlich in Studentenkreisen kurz nach der Eröffnung der durchgehenden württembergischen Eisenbahnstrecke von Heilbronn über Stuttgart und Ulm nach Friedrichshafen (1850). Die frühesten gesicherten Druckbelege finden sich in Liedsammlungen ab 1888; Autor und Komponist sind unbekannt. Das Lied erzählt von einem Bauern, der seine Ziege ans Ende des Zuges bindet statt ein Ticket zu kaufen, und gilt heute als inoffizielle Schwabenhymne.

Gemeinfrei

Dieses Lied ist gemeinfrei, da alle beteiligten Urheber vor über 70 Jahren verstorben sind.

Notenblatt

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Liedtext

1. Strophe
Auf de schwäbsche Eisebahne
gibts gar viele Haltstatione:
Schtuegert, Ulm und Biberach,
Meckebeure, Durlesbach.
Trulla, trulla, tullala,
trulla, trulla, trullala,
Schtuegert, Ulm und Biberach,
Meckebeure, Durlesbach.

2. Strophe
Auf de schwäbsche Eisebahne
wollt emol a Bäuerle fahre,
geht an Schalter, lupft de Huet:
"Oi Billettle, seid so guet!"
Trulla, trulla, tullala,
trulla, trulla, trullala,
geht an Schalter, lupft de Huet:
"Oi Billettle, seid so guet!"

3. Strophe
Eine Geiß hat er si kaufet,
und dass sie ihm net verlaufet,
bindet sie der guete Ma
an de hintre Wage na.
Trulla, trulla, tullala,
trulla, trulla, trullala,
bindet sie der guete Ma
an de hintre Wage na.

4. Strophe
"Böckle, tue nuer woidle springe,
's Futter wer' i dir scho bringe."
Zünd't sei stinkichs Pfeifle a,
hockt si zu sei'm Weible na.
Trulla, trulla, tullala,
trulla, trulla, trullala,
Zünd't sei stinkichs Pfeifle a,
hockt si zu sei'm Weible na.

5. Strophe
Wia der Zug no wieder staut,
d'r Bauer nach sei'm Goißbock schaut,
find't er bloß no 'n Kopf und 's Soil
an dem hintre Wagedoil.
Trulla, trulla, tullala,
trulla, trulla, trullala,
find't er bloß no 'n Kopf und 's Soil
an dem hintre Wagedoil.

6. Strophe
Da kriegt er en große Zore,
packt de Goißkopf bei de Ohre,
schmeißt en, was er schmeiße ka,
'm Konduktör an 'n Ranza na.
Trulla, trulla, tullala,
trulla, trulla, trullala,
schmeißt en, was er schmeiße ka,
'm Konduktör an 'n Ranza na.

7. Strophe
"So, jetzt kannsch de Schade zahle,
warum bisch so schnell au gfahre!
Du alloi bisch Schuld do dra,
dass i d'Goiß verlaure ha!"
Trulla, trulla, tullala,
trulla, trulla, trullala,
Du alloi bisch Schuld do dra,
dass i d'Goiß verlaure ha!"

8. Strophe
So, jetzt wär des Liadle g'songe.
Hot's eich reacht in d'Ohre klonge?
Wer's no net begreife ka,
fang's no 'mol von vorne a!
Trulla, trulla, tullala,
trulla, trulla, trullala,
Wer's no net begreife ka,
fang's no 'mol von vorne a!

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