Gemeinfreie Lieder

Der Mond ist aufgegangen

Info

Text
Matthias Claudius (1740-1815)
Musik
Johann Abraham Peter Schulz (1747-1800)

Entstehungsgeschichte

Das „Abendlied" wurde von Matthias Claudius (1740–1815) verfasst und erstmals 1779 im Musen-Almanach (hrsg. von Johann Heinrich Voß) gedruckt. Die verbreitetste Melodie komponierte Johann Abraham Peter Schulz (1747–1800) und veröffentlichte sie 1790 in seiner Sammlung „Lieder im Volkston". Claudius' Abendlied gilt als das meistgedruckte Gedicht der deutschen Literatur; über 70 weitere Vertonungen existieren, darunter Fassungen von Franz Schubert und Carl Orff.

Gemeinfrei

Dieses Lied ist gemeinfrei, da Matthias Claudius (Text) und Johann Abraham Peter Schulz (Musik) vor über 70 Jahren verstorben sind.

Notenblatt

Sie können das Notenblatt beliebig oft drucken, vervielfältigen und verwenden.

Vorschau Notenblatt

» Notenblatt für "Der Mond ist aufgegangen" (in F-Dur) herunterladen (PDF-Datei)

Liedtext

1. Strophe
Der Mond ist aufgegangen,
Die goldnen Sternlein prangen
Am Himmel hell und klar;
Der Wald steht schwarz und schweiget,
Und aus den Wiesen steiget
Der weiße Nebel wunderbar.

2. Strophe
Wie ist die Welt so stille
und in der Dämmrung Hülle
so traulich und so hold
als eine stille Kammer,
wo ihr des Tages Jammer
verschlafen und vergessen sollt.

3. Strophe
Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen
und ist doch rund und schön.
So sind wohl manche Sachen,
die wir getrost belachen,
weil unsre Augen sie nicht sehn.

4. Strophe
Wir stolzen Menschenkinder
sind eitel arme Sünder
und wissen gar nicht viel.
Wir spinnen Luftgespinste
und suchen viele Künste
und kommen weiter von dem Ziel.

5. Strophe
Gott, lass dein Heil uns schauen,
auf nichts Vergänglichs trauen,
nicht Eitelkeit uns freun;
lass uns einfältig werden
und vor dir hier auf Erden
wie Kinder fromm und fröhlich sein.

6. Strophe
Wollst endlich sonder Grämen
aus dieser Welt uns nehmen
durch einen sanften Tod;
und wenn du uns genommen,
lass uns in’ Himmel kommen,
du unser Herr und unser Gott.

7. Strophe
So legt euch denn, ihr Brüder,
in Gottes Namen nieder;
kalt ist der Abendhauch.
Verschon uns, Gott, mit Strafen
und lass uns ruhig schlafen.
Und unsern kranken Nachbarn auch!