Gemeinfreie Lieder

Der Winter ist ein rechter Mann

Info

Text
Matthias Claudius (1740-1815), 1782
Musik
Johann Friedrich Reichardt (1752-1814), 1797

Entstehungsgeschichte

Das Gedicht stammt von Matthias Claudius, der es 1782 unter dem Titel „Ein Lied hinterm Ofen zu singen" veröffentlichte. Claudius personifiziert den Winter ironisch als einen rüstigen, unempfindlichen Mann. Die heute gebräuchliche Melodie ist seit der Mitte des 19. Jahrhunderts in Liederbüchern nachgewiesen; ihr Komponist ist unbekannt.

Gemeinfrei

Dieses Lied ist gemeinfrei, da alle beteiligten Urheber bereits vor über 70 Jahren verstorben sind.

Notenblatt

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Liedtext

1. Strophe
Der Winter ist ein rechter Mann,
kernfest und auf die Dauer;
sein Fleisch fühlt sich wie Eisen an;
und scheut nicht süß noch sauer.

2. Strophe
Aus Blumen und aus Vogelsang
weiß er sich nichts zu machen,
hasst warmen Trank und warmen Klang
und alle warme Sachen.

3. Strophe
Wenn Stein und Bein vor Frost zerbricht
und Teich' und Seen krachen;
das klingt ihm gut, das hasst er nicht,
dann will er sich totlachen.

4. Strophe
Sein Schloss von Eis liegt ganz hinaus
beim Nordpol an dem Strande;
doch hat er auch ein Sommerhaus
im lieben Schweizerlande.

5. Strophe
Da ist er denn bald dort, bald hier,
gut Regiment zu führen,
und wenn er durchzieht, stehen wir
und sehn ihn an und frieren.