Es freit ein wilder Wassermann
Info
- Text
- in verschiedenen Fassungen seit dem frühen 19. Jahrhundert überliefert. Hier nach Max Pohl (1869-1928), in Selle/Pohl, "Hundert deutsche Volkslieder aus älterer Zeit", Hannover 1911
- Musik
- seit dem frühen 19. Jahrhundert aus Nordböhmen (St. Joachimsthal, heute: Jáchymov) überliefert
Entstehungsgeschichte
Das Lied zählt zu den ältesten deutschen Volksballaden über Wassergeister und existiert in zahlreichen regionalen Varianten. Die älteste schriftliche Melodieaufzeichnung stammt aus dem böhmischen Joachimsthal (1813), ein früher Textbeleg aus 1817. Das Motiv des wasserweltlichen Freiers begegnet in Parallelfassungen aus Schweden, Dänemark und der Oberlausitz, was auf ein sehr hohes Alter des Stoffs hinweist; Autor und Komponist sind unbekannt.
Gemeinfrei
Dieses Lied ist gemeinfrei, da es vor über 70 Jahren anonym veröffentlicht wurde beziehungsweise der Urheber bereits vor mehr als 70 Jahren verstorben ist.
Notenblatt
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Liedtext
1. Strophe
Es freit ein wilder Wassermann
in der Burg wohl über dem See.
Des Königs Tochter musst er han,
die schöne, junge Lilofee.
2. Strophe
Sie hörte drunten die Glocken gehn
im tiefen, tiefen See,
wollt Vater und Mutter wiedersehn,
die schöne, junge Lilofee.
3. Strophe
Und als sie vor dem Tore stand
auf der Burg wohl über dem See,
da neigt sich Laub und grünes Gras
vor der schönen, jungen Lilofee.
4. Strophe
Und als sie aus der Kirche kam
von der Burg wohl über dem See,
da stand der wilde Wassermann
vor der schönen, jungen Lilofee.
5. Strophe
Sprich, willst du hinuntergehn mit mir
von der Burg wohl über dem See,
deine Kindlein unten weinen nach dir,
du schöne, junge Lilofee.
6. Strophe
Und eh ich die Kindlein weinen lass
im tiefen, tiefen See,
scheid ich von Laub und grünem Gras,
ich arme, junge Lilofee.