Gemeinfreie Lieder

Es war ein König in Thule

Info

Text
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), 1774
Musik
Carl Friedrich Zelter (1758-1832), 1812

Entstehungsgeschichte

Das Gedicht wurde von Johann Wolfgang von Goethe vermutlich im Sommer 1774 verfasst und erschien erstmals 1782 in der Vertonung von Siegmund Freiherr von Seckendorff. Im weiteren Verlauf gewann die Vertonung von Carl Friedrich Zelter (1812) die größte Verbreitung; über sechzig Vertonungen des Textes existieren insgesamt. Über die Jugendbewegung des 20. Jahrhunderts wurde das Lied fest im deutschen Volksliedrepertoire verankert.

Gemeinfrei

Dieses Lied ist gemeinfrei, da alle beteiligten Urheber bereits vor über 70 Jahren verstorben sind.

Notenblatt

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Liedtext

1. Strophe
Es war ein König in Thule
gar treu bis an das Grab,
dem sterbend seine Buhle
einen goldnen Becher gab.

2. Strophe
Es ging ihm nichts darüber,
er leert' ihn jeden Schmaus;
die Augen gingen ihm über,
so oft er trank daraus.

3. Strophe
Und als er kam zu sterben,
zählt' er seine Städt' im Reich,
gönnt' alles seinen Erben,
den Becher nicht zugleich.

4. Strophe
Er saß beim Königsmahle,
die Ritter um ihn her,
auf hohem Vätersaale,
dort auf dem Schloss am Meer.

5. Strophe
Dort stand der alte Zecher,
trank letzte Lebensglut
und warf den heil'gen Becher
hinunter in die Flut.

6. Strophe
Er sah ihn stürzen, trinken,
und sinken tief ins Meer;
die Augen täten ihm sinken;
trank nie einen Tropfen mehr.

Buhle: Geliebte
Thule: eine mystische Insel im Norden Europas