Gemeinfreie Lieder

Geh aus, mein Herz, und suche Freud

Info

Text
Paul Gerhardt (1607-1676), 1653
Musik
Augustin Harder (1775-1813), bearbeitet von Friedrich Heinrich Eickhoff (1807-1880)

Entstehungsgeschichte

Paul Gerhardt (1607–1676) dichtete das Lied 1653 in Mittenwalde, fünf Jahre nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges; es erschien noch im selben Jahr in der fünften Auflage von Johann Crügers Gesangbuch „Praxis pietatis melica". Das ursprüngliche Gedicht umfasst fünfzehn Strophen und verbindet Naturbetrachtung mit Meditation über das göttliche Paradies. Die heute gebräuchlichste Melodie wurde 1836 erstmals von Organist Friedrich Eickhoff auf Gerhardts Text angewendet; sie geht auf August Harder zurück.

Gemeinfrei

Dieses Lied ist gemeinfrei, da alle beteiligten Urheber bereits vor über 70 Jahren verstorben sind.

Notenblatt

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Liedtext

1. Strophe
Geh aus, mein Herz, und suche Freud
in dieser lieben Sommerzeit
an deines Gottes Gaben;
schau an der schönen Gärten Zier
und siehe, wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben.

2. Strophe
Die Bäume stehen voller Laub,
das Erdreich decket seinen Staub
mit einem grünen Kleide;
Narzissen und die Tulipan,
die ziehen sich viel schöner an
als Salomonis Seide.

3. Strophe
Die Lerche schwingt sich in die Luft,
das Täublein fliegt aus seiner Kluft
und macht sich in die Wälder;
die hochbegabte Nachtigall
ergötzt und füllt mit ihrem Schall
Berg, Hügel, Tal und Felder.

4. Strophe
Die Glucke führt ihr Völklein aus,
der Storch baut und bewohnt sein Haus,
das Schwälblein speist die Jungen,
der schnelle Hirsch, das leichte Reh
ist froh und kommt aus seiner Höh
ins tiefe Gras gesprungen.

5. Strophe
Ich selber kann und mag nicht ruhn,
des großen Gottes großes Tun
erweckt mir alle Sinnen;
ich singe mit, wenn alles singt,
und lasse, was dem Höchsten klingt,
aus meinem Herzen rinnen.